Was ist Ergotherapie?

Ergon = griech. "Werk, das Handeln"

Das Wort beschreibt das Ziel der Ergotherapie, nämlich das Erreichen von grösstmöglicher Handlungskompetenz im Alltag.

Die Handlungskompetenz setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

  • Wahrnehmung: Wie nehme ich mich, meinen Körper, meine Umwelt wahr ?
  • Bewegung: wie bewege ich mich (Koordination, Grob- und Feinmotorik, ...)
  • Kognitive Prozesse: Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis

Diese verschiedenen Bausteine stehen nicht für sich alleine, sondern sind eng miteinander verknüpft. Das bedeutet Ergotherapie hat einen ganzheitlichen Ansatz.


Pädiatrie

In der Therapie nutzen wir Spiel, Bewegungsangebote und Handwerk zur gezielten Förderung. Konkret gehen wir zunächst auf Ressourcen ein, um einen Therapieansatz zu finden.

Erwachsene

In der Therapie steht das Wiedererlangen der beruflichen Kompetenzen und Alltagskompetenzen im Vordergrund. Hierbei kommen auf den Patienten abgestimmte Behandlungsverfahren zum Einsatz.


   

Der therapeutische Prozess:


Befundaufnahme
  • Anamnesegespräch
  • Testverfahren
  • Freie Beobachtungen
  • individuelle Zielsetzung

Eltern/Patientengespräch

  • Befundergebnisse ermitteln
  • Ziele der Therapeuten
  • Ziele der Eltern/Ziele des Patienten

Auf der Grundlage des Anamnesegesprächs, standardisierten Test- und Screeningverfahren sowie den freien Beobachtungen wird ein zielgerichteter und individueller Behandlungsplan aufgestellt. Die Durchführung der Behandlung geschieht in enger Abstimmung mit den Eltern/Patienten, Angehörigen, dem Arzt, sowie bei Bedarf mit den Erziehern oder Lehrern.


Ergänzend erhalten die Eltern bzw. der Patient spezifische Anregungen und Übungen für zu Hause.

Beratung bei Wohnraum- oder Arbeitsplatzanpassung, sowie bei der Hilfsmittelversorgung kann bei Bedarf ebenfalls Bestandteil der Therapie sein.


   Die Verordnung

  • Ergotherapie ist ein verschreibungspflichtiges Heilmittel. Ein entsprechendes Rezept bekommen Sie von Ihrem Haus- oder Facharzt. Die Behandlung kann in der Praxis oder als Hausbesuch durchgeführt werden. Dies ist entsprechend vom Arzt zu vermerken.
  • Der Behandlungsbeginn sollte spätestens 14 Tage nach dem Ausstellungsdatum des Rezeptes erfolgen, da das Rezept sonst verfällt.
  • Ergotherapie ist bei den Krankenkassen zunächst nicht genehmigungspflichtig. Es werden pro Diagnose Behandlungsobergrenzen, so genannte Gesamtverordnungsmengen, im Regelfall eingeführt. Nach einem behandlungsfreien Intervall von 12 Wochen liegt ein neuer Regelfall vor.
  • Auch nach Überschreiten der in den Richtlinien geregelten Gesamtverordnungsmengen ist eine Fortsetzung der Ergotherapie möglich, wenn dies medizinisch angezeigt ist. Längerfristige Verordnungen außerhalb des Regelfalls müssen vom verordneten Arzt auf der Verordnung kurz begründet und der Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt werden. Einige Krankenkassen verzichten auf das Genehmigungsverfahren.



Ergotherapie als Hausbehandlung

Wenn Sie als Patient unsere Praxis aus einem medizinischen Grund nicht aufsuchen können, kann der Arzt Ergotherapie auch als Hausbesuch verordnen, sodass die Behandlung zu Hause oder in einer Einrichtung (Alten-/Pflegeheim) stattfinden kann.